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Ich, ein Berliner Junge / Buch von Frank Niemöller Wandlungen im Lebensverlauf / Lyrik und Illustrationen / quer durch die Jahrzehnte - 1943-1991 - in Berlin
Lebensmotto: Perform your Live! Gestalte und präsentiere dein Leben!
Inhalt Rote Dämonen …11 Kampf gegen den Eisdrachen …13 Warum ist das so …15 Brillenschlange …17 Rock ‘n‘ Roll …19 Ab in die Berufsausbildung …21 Berliner Mauerbau …23 Angst vor dem Atomkrieg …25 Unzufrieden …27 Vögel fliegen und rufen …29 Das Leben hetzt mich 31 Ich hab‘ die Power / SO36 …33 Die Entscheidung …35 Die Maske 37 Das Lachen des Windes …39 Die Mauer fällt …41 Let‘s go …43 Biografie …45
Zweiter Weltkrieg, 1943, Fliegeralarm in Berlin. Meine mit mir hochschwangere Mutter ist allein mit meinen zwei Brüdern. Mein Vater ist im Krieg, fern vom kriegsgeschüttelten Berlin. Meine Mutter stellt sich nachts ans abgedunkelte Fenster. Legt beide Hände auf ihren gewölbten Bauch. Lauscht mit Bangen in die dunklen Häuserschluchten von Berlin. Ohnmächtig wartend auf das luftzerreißende Geräusch der Alarmsirenen. Im Buch Seite 10
Zeitgeschehen zum Gedicht / Rote Dämonen
Rote Dämonen / Gedicht Rote Dämonen seh‘ ich gierig über deine ängstliche Seele kreisen Ihre tödlichen Krallen lassen dein Gesicht in Grauen vereisen Ihre Feuerschwingen brennen grell in dein Herz mit Schmerzen Ohne Tränen, ohne Mitleid, werden sie dein Lebenslicht schwärzen Ihre Glut stanzt lautlos Angst auf deine Miene Als Maske musst du sie jetzt tragen ... ohne Liebe Doch deine Hoffnung leuchtet, bekommt buntes Gefieder Sie wird streicheln deine verlorene Seele mit fröhlichen Liedern
Im Buch Seite 11
Nach der Berlin-Blockade konnten meine Eltern die 5-Zimmer-Wohnung nicht mehr bezahlen. Mein Vater hatte die Kinderlähmung aus dem Krieg mitgebracht und war arbeitsunfähig. Meine Mutter, ausgebildete Gymnastiklehrerin, war arbeitslos. 1950 zogen wir als 5-köpfige Familie in eine kleine 2-Zimmer-Wohnung im Hinterhof. Meine Eltern wohnten im hinteren Zimmer. Wir lebten vom Sozialamt.
Zeitgeschehen zum Gedicht / Warum ist das so
Im Buch Seite 14
Warum ist das so Ich halte meine Ohren zu Ziehe die Bettdecke über meinen Kopf Möchte nur schlafen Doch es gelingt mir nicht Meine Eltern im anderen Zimmer streiten sich In letzter Zeit passiert es jeden Abend Mein Vater redet laut Meine Mutter leise Ich weiß nicht Um was es geht Es sind doch meine Eltern Sie müssen sich doch lieb haben Ich habe sie ja auch lieb Ich habe Angst Es tut mir weh Schließe meine Augen Wünsche mir ganz fest Bitte Mama und Papa Kommt an mein Bett Schlaf gut mein Liebling Mit einem Gutenachtkuss Mein Vater wird immer lauter Meine Mutter wird immer leiser Meine Mutter weint Mein Vater schweigt Warum tun sich Mama und Papa so weh Warum ist das so Warum Warum Ich weine leise in mein Kopfkissen Schlafe darüber endlich ein
Warum ist das so / Gedicht
Im Buch Seite 15
Ende der 60er-Jahre stand ich oft am Wohnzimmer- fenster und schaute sehnsüchtig den Möwen nach, die vis-à-vis über die Dächer flogen. Wartet hinter den Dächern eine buntere Welt auf mich? Die Menschen fliegen auf den Mond. Ich wünschte mir nur, wie die Möwen, über die Dächer fliegen zu können.
Deinen Weg gehst du Doch nur für kurze Zeit Vögel fliegen und rufen Sieh‘, die Welt ist so weit Verschwinden hinter den Dächern Mit lockendem Gekreisch Das Bunte ist hier zu finden Komm‘, es ist nicht weit Aber, wie soll das gehen Die Dächer sind so steil Doch vertrau‘ deinem Sehnen Dann bist du dabei
Zeitgeschehen zum Gedicht / Vögel fliegen und rufen
Im Buch Seite 28
Im Buch Seite 29
Vögel fliegen und rufen / Gedicht
 Die Entscheidung Gehüllt, erstarrt, gepanzert – mein eigener Körper Zackenschere und Messer ritzen schmerzhaft Kühler Wind durchzieht meine Glieder Winter lässt den Frühling ahnen  Ich ziehe meinen Kopf aus meinem Kopf Meine Faust aus meiner Faust Meinen Körper aus meinem Körper  Taumle zwischen dem, was gewesen ist Und dem, was sein wird Nackt bin, doch zieh ich alles hinter mir her Mein Schatten wird schärfer, die Lichter bunter  Ich ziehe meinen Kopf aus meinem Kopf Meine Faust aus meiner Faust Meinen Körper aus meinem Körper Wohin Mit Kerzen über Dächer tanzen Mit Neonröhren grün flimmernd, wie in einer Zeitmaschine Wärme umspült mich, aber das Grelle packt mich  Ich ziehe meinen Kopf aus meinem Kopf Meine Faust aus meiner Faust Meinen Körper aus meinem Körper  Steh am Schnittpunkt Das Alte gesplittert, herausgebrochen Das Neue noch nicht fassbar  Bin ich tot – bin ich lebendig Bin ich Mann – bin ich Frau Bin ich Tier – bin ich Baum  Na, wenn das so ist, dann kann ich ja machen, was ich will Dann möchte ich mal gerne mit einer Krabbe Tango tanzen Oh, die ist mir doch zu winzig Oder wie Batman, die lauten Autos von der Straße schubsen Oh, was für eine witzige Idee Mmh, ich glaube, das ist wirklich eine Nummer zu groß für mich Oder in der Zukunft Theater spielen  Ja ... Das will ich Ja ... Das will ich
Zeitgeschehen zum Gedicht / die Entscheidung

1981 wollte ein Bildhauer

eine Figur von mir erstellen.

Er gipste mich komplett ein,

um eine Skulptur von mir

gießen zu können.

Ich wurde in dem Gips zu

einem starren Menschen.

Mehr tot als lebendig.

Das war ein einschneidendes

Erlebnis für mich.

Die Entscheidung / Gedicht

Im Buch Seite 34
Im Buch Seite 35
Das Hardcover-Buch mit 48 farbigen Seiten können Sie bestellen unter der E-mail: frank.niemoeller@t-online.de Das Buch wird geliefert mit einer Rechnung und kostet 18 € incl. Mwst und Versand